
Buchinformationen
| Titel | Godkiller |
| Band | 1 von 3 |
| Autor | Hannah Kaner |
| Verlag | Piper |
| Übersetzung | Wolfgang Thon |
| ISBN | 978-3-492-70921-7 |
| Seitenzahl | 448 |
| Genre | High Fantasy |
| Bewertung | 3,5 von 5 Sterne |
Klappentext
Die unaufhaltsame Kyssen hat sich das Töten von Göttern zu ihrem Beruf gemacht. Doch eines Tages trifft sie auf einen Gott, den sie nicht töten kann: Skedi, der Gott der Notlügen. Er ist an das junge adelige Mädchen Inara gebunden, das ohne ihn sterben würde. Gemeinsam müssen sie nach Blenraden reisen – die letzte Stadt, in der es noch wilde Götter gibt. Der ehemalige Ritter Elogast hat dasselbe Ziel, aber auch ein großes Geheimnis: In seinen Händen liegt das Schicksal des Landes. Nichts ahnend, was im Herzen von Blenraden lauert, tritt die ungleiche Gruppe ihre Reise an …
Meine Meinung
„Godkiller“ von Hannah Kaner war eine echte Überraschung. Was ich erwartet hatte, war ein typisches TikTok-Hype-Buch, doch das ist es bei weitem nicht. Stattdessen bietet es eine interessante Geschichte, die weit über die üblichen Erwartungen hinausgeht.
Die Handlung folgt Kyssen, einer erfahrenen Godkillerin, die ihren Lebensunterhalt damit verdient, Götter zu töten. Ihre Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie auf die junge Adlige Inara trifft, die an Skediceth, den Gott der Notlügen, gebunden ist. Diese ungewöhnliche Verbindung zwingt Kyssen, ihre Prinzipien zu überdenken, da das Töten dieses Gottes auch den Tod des Mädchens bedeuten würde. Gemeinsam mit dem ehemaligen Ritter Elogast machen sie sich auf eine gefährliche Reise nach Blenraden, der letzten Stadt, in der noch wilde Götter leben.
Stilistisch gesehen ist „Godkiller“ von Hannah Kaner nicht unbedingt ein Highlight. Der Schreibstil ist zwar einfach gehalten, aber nicht immer flüssig, was das Lesen stellenweise etwas mühsam machen kann. Die Erzählweise aus vier unterschiedlichen Perspektiven trägt zwar dazu bei, die Charaktere besser zu verstehen und ihre individuellen Geschichten zu beleuchten, kann jedoch auch den Lesefluss unterbrechen und den Leser aus dem Geschehen reißen.
Die Erzählung selbst ist düster und dramatisch, geprägt von einer ständigen Spannung und vielen unerwarteten Wendungen. Kaner versteht es, den Leser immer wieder zu überraschen und die Handlung in neue, unvorhersehbare Richtungen zu lenken. Diese Unvorhersehbarkeit hält die Spannung aufrecht und sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Der Fokus von des Buches liegt ganz klar auf den Figuren, ihren persönlichen Geschichten und den Beziehungen, die sie zueinander aufbauen. Jede Figur bringt ihre eigene Vergangenheit, ihre eigenen Geheimnisse und Motivationen mit, was die Dynamik zwischen ihnen besonders faszinierend und komplex macht. Kyssen, die erfahrene Godkillerin, trägt die Last ihrer Vergangenheit und die Verantwortung ihrer gefährlichen Berufung. Ihre Begegnung mit der jungen Adligen Inara, die an den Gott der Notlügen gebunden ist, zwingt sie, ihre Prinzipien und Überzeugungen zu hinterfragen. Inara selbst ist ein Rätsel, ein Mädchen mit einer geheimnisvollen Verbindung zu einem Gott, die sie weder versteht noch kontrollieren kann.
Dann gibt es noch Elogast, den ehemaligen Ritter, der seine eigenen Dämonen bekämpft und auf der Suche nach Erlösung ist. Die Interaktionen zwischen diesen drei Hauptfiguren sind geprägt von Misstrauen, gegenseitiger Abhängigkeit und langsam wachsendem Verständnis. Ihre Reise ist nicht nur eine physische, sondern auch eine emotionale und psychologische, bei der sie sich ihren inneren Konflikten stellen müssen. Die Beziehungen zwischen den Charakteren entwickeln sich im Laufe der Geschichte auf natürliche und oft unerwartete Weise. Diese tiefgründigen und vielschichtigen Verbindungen machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre, die weit über eine einfache Abenteuergeschichte hinausgeht.
Was den Roman besonders macht, ist die detaillierte und lebendige Welt, die Kaner erschaffen hat. Die Autorin hat eine faszinierende und komplexe Umgebung gestaltet, in der jede Stadt, jedes Dorf und jede Landschaft mit Sorgfalt und Liebe zum Detail beschrieben wird. Diese Welt ist nicht nur der Hintergrund für die Handlung, sondern ein integraler Bestandteil der Geschichte, der die Atmosphäre und das Erleben der Leser intensiviert.
Die Götter, die Kaner beschreibt, sind nicht nur mächtige Wesen mit übernatürlichen Fähigkeiten, die an die griechischen Götter erinnern, sondern auch tief in den Glauben und die Kultur der Menschen verwoben. Sie beeinflussen das tägliche Leben, die Bräuche und die Moralvorstellungen der Gesellschaft. Diese Verflechtung von Göttern und Menschen verleiht der Geschichte eine zusätzliche Ebene der Tiefe und Komplexität.
Insgesamt bietet „Godkiller“ eine gute Grundlage für den weiteren Verlauf der Trilogie und macht neugierig darauf, wie sich die Geschichte um die vier Helden noch weiterentwickeln wird. Es ist definitiv mehr als nur ein Hype-Buch und bietet eine tiefgründige und spannende Lektüre für alle, die sich auf eine Reise durch eine Welt voller grausamer Götter einlassen wollen.
Hinterlasse einen Kommentar