
Buchinformationen
| Titel | Rokesby – Miss Bridgerton und der geheimnisvolle Verführer |
| Band | 3 von 4 |
| Autor | Julia Quinn |
| Verlag | HarperCollins |
| Übersetzung | Petra Lingsminat |
| ISBN | 978-3-3650-0073-1 |
| Seitenzahl | 368 |
| Genre | Historical Romance |
| Bewertung | 3 von 5 Sterne |
Klappentext
Die abenteuerlustige und eigenständige Poppy Bridgerton hat sich geschworen, niemanden zu heiraten, der es ihr nicht bezüglich Intellekt und Interessen gleichtun kann. Leider scheint es so jemanden nicht in London zu geben. Als sie deshalb an die Küste nach Dorset flieht, findet sie am Strand eine Schmugglerhöhle. Doch sie wird von den Schmugglern entdeckt und auf ihr Schiff entführt. Und selbst in ihrer misslichen Lage merkt Poppy, dass der Kapitän des Schiffs, Andrew James, nicht nur ungeheuer attraktiv, sondern auch ein wahrer Gentleman ist. Dabei ahnt sie noch nicht einmal, wer sich hinter ihrem galanten Verführer wirklich verbirgt.
Meine Meinung
Im dritten Band der Rokesby-Reihe „Rokesby – Miss Bridgerton und der geheimnisvolle Verführer“ von Julia Quinn erleben wir eine romantische und turbulente Geschichte, in deren Mittelpunkt die Suche nach der wahren Liebe steht. Die abenteuerlustige und unabhängige Poppy Bridgerton gibt sich nur mit einem ebenbürtigen Partner zufrieden. Als sie an die Küste von Dorset flieht, entdeckt sie eine Schmugglerhöhle. Dort wird sie von den Schmugglern entdeckt und auf ihr Schiff verschleppt. Der Kapitän des Schiffes, Andrew James, ist nicht nur gut aussehend, sondern auch ein echter Gentleman. Doch Poppy hat keine Ahnung, wer der mysteriöse Verführer wirklich ist.
Die Welt der Bridgertons fasziniert mich sehr, auch wenn ich mit den Liebesgeschichten normalerweise nicht viel anfangen kann. Dafür war der historische Aspekt für mich immer spannend, zumal ich sehr gerne über das 18. und frühe 19. Jahrhundert lese. Nachdem ich die ersten beiden Bände schon vor längerer Zeit parallel zur Hauptreihe gelesen hatte, wurde es Zeit endlich mal den dritten Teil zu lesen. Erwartet hatte ich ein Piratenabenteuer, aber davon ist es meilenweit entfernt.
Aber beginnen wir mit etwas Positivem. Historische Romane mit lebendigen Charakteren und einer Prise Humor zu schreiben, liegt Julia Quinn. Ihre Landschafts- und Stimmungsbeschreibungen sind so lebendig, dass man sich direkt in die Welt ihrer Bücher versetzt fühlt. Die Geschichte selbst wird, typisch für die Bücher der Autorin, abwechselnd aus der Sicht von Poppy und Andrew erzählt, damit man einen guten Einblick in beide Charaktere erhält.
Die beiden Hauptfiguren fand ich ehrlich gesagt etwas langweilig. Sie sind einfach nichts Besonderes, wenn man schon andere Bücher aus dem Bridgerton-Universum kennt, denn Julia Quinn bedient sich meistens eines gewissen Grundgerüsts für ihre Charaktere, die dann nur eine andere Fassade bekommen.
Poppy ist eine junge Frau, die das Leben einer Dame satt hat. Sie will in die Ferne schweifen und die Welt entdecken. Doch als sich die Gelegenheit zur Flucht bietet, wird sie von Captain Andrew James entführt. Sie ist außer sich vor Wut und will so schnell wie möglich weg, aber sie findet keinen Ausweg. Von Beginn an kann sie Andrew nicht leiden. Zuerst die Entführung, dann seine arrogante Art, aber mit der Zeit kommen sie sich näher.
Bei Andrew handelt es sich um einen jungen Mann, der als Kapitän regelmäßig in Europa unterwegs ist. Wir kennen ihn bereits aus dem ersten Band der Reihe, wo er viel besser dargestellt wird als hier. Da Poppy sein geheimes Versteck gefunden hat, sieht er sich gezwungen, sie zu entführen. Von Anfang an ist er von ihr genervt. Sie ist einfach unangemeldet aufgetaucht und stört ihn bei seiner Arbeit. Im Laufe der Zeit kommen sich die beiden jedoch näher und irgendwie ist sie immer öfter in seinen Gedanken. Doch Poppy ist eine Bridgerton und damit für ihn tabu. Und dann ist da noch sein großes Geheimnis, das Poppy auf keinen Fall lüften darf.
Die Beziehung der beiden ist eigentlich – leider wieder typisch – eine einzige rote Flagge. Nicht nur, dass Andrew Poppy entführt und daraus etwas Romantisches gemacht wird, viel mehr hat mich der Aspekt gestört, dass er sie in seiner eigenen Kajüte einsperrt. Richtig gehört, die arme Poppy darf nicht einmal an Deck, hat also überhaupt nichts von ihrer Reise, schließlich erlebt sie nichts davon. Natürlich hat Andrew auch dafür wieder eine Erklärung parat, die Poppy natürlich schluckt. Und warum sollte sie auch nicht.
Dadurch, dass Poppy eben die meiste Zeit eingesperrt ist, ist die ganze Seereise einfach nicht wirklich spannend und zieht sich sehr in die Länge. Statt Piratenabenteuer gibt es hier Freiheitsberaubung. Das ist nicht so ganz das, was ich mir unter diesem Buch vorgestellt habe.
Insgesamt ist der dritte Band der Buchreihe nicht der stärkste, die beiden Vorgänger waren schon besser, wobei der zweite Band auch schon schwächer war als der erste. Ich denke, wenn man die Trope der forcierten Nähe mag und die Bücher mehr wegen der Liebesgeschichte als wegen des historischen Aspekts liest, dann wird man mit dem Buch sicher mehr anfangen können als ich.
Hinterlasse einen Kommentar