
Buchinformationen
| Titel | Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten |
| Band | 1 von 4 |
| Autor | Becky Chambers |
| Verlag | Fischer TOR |
| Übersetzung | Karin Will |
| ISBN | 978-3-596-03568-7 |
| Seitenzahl | 544 |
| Genre | Science-Fiction |
| Bewertung | 5 von 5 Sterne |
Klappentext
Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös.
Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört.
Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.
Meine Meinung
„Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ ist der erste Teil der Wayfarer-Reihe von Becky Chambers, aber in sich abgeschlossen. Die Geschichte folgt der Besatzung der Wayfarer, einem Tunnelerschiff, das Wurmlöcher in den Weltraum schlagen soll, um Galaxien miteinander zu verbinden.
Becky Chambers Schreibstil ist warmherzig, optimistisch und figurenorientiert. Kein Wunder also, dass nicht die Action im Vordergrund steht, sondern die Charaktere und das Zusammenleben verschiedener Spezies, denn die Crew der Wayfarer ist bunt gemischt und besteht nicht nur aus Menschen.
Das Worldbuilding ist generell sehr beeindruckend. Es gibt so unglaublich viel zu entdecken: bewohnte Monde, Planeten, die von einer gigantischen Insektenplage heimgesucht werden, Trabanten, die in ihrer Rotation fixiert sind und natürlich alle nur erdenklichen Außerirdischen. Jedes Volk ist einzigartig gestaltet und man erfährt viel über die sozialen Unterschiede der einzelnen Spezies. So sind die Aandrisk – Reptiloide mit Federn – sehr auf Körperkontakt bedacht, haben eine ganz eigene Vorstellung von Familie und sind sogar polyamorös.
Was ich auch sehr interessant fand, ist, dass es eine globale Sprache gibt, die vor allem in der galaktischen Union – quasi die UN im Weltall – gesprochen wird: Klip. Zu dieser Sprache gehören auch Neopronomen als neutrale Pronomen, die in einem Sci-Fi-Setting natürlich umso mehr Sinn machen, da nicht alle Alienarten binäre Geschlechter haben.
Generell werden viele tiefer gehende Themen angesprochen. So spielen Fragen der Identität, der Zugehörigkeit, der Heimat und der Familie eine Rolle, aber auch Rassismus, Krieg und Diskriminierung.
Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven in der dritten Person erzählt. Es gibt jedoch keinen wirklichen Protagonisten. Alle Mitglieder der Crew spielen eine wichtige Rolle, auch wenn einige von ihnen etwas weniger beleuchtet werden.
Die Charaktere sind eine weitere Stärke des Romans. Sie sind vielfältig, sympathisch, glaubwürdig und haben viel Tiefe. Jeder von ihnen hat einen persönlichen Hintergrund, der seine Motive und Konflikte beeinflusst. Darüber hinaus sind die Figuren auch Repräsentanten verschiedener Kulturen. Es wird gezeigt, wie die verschiedenen Spezies und Individuen miteinander umgehen, wie sie sich verstehen oder missverstehen, respektieren oder diskriminieren. Insgesamt zeigt es aber, dass ein friedliches Zusammenleben trotz aller Unterschiede möglich ist.
Im Rahmen der Handlung wird auch eine lesbische Liebesgeschichte angeschnitten, was mich überrascht, aber auch sehr gefreut hat. Es handelt sich nicht nur um eine LGBTQ-Liebesgeschichte, nein, es handelt sich sogar um eine Liebesgeschichte zwischen zwei unterschiedlichen Ethnien!
Diese Space Opera ist tatsächlich mein erster Science-Fiction-Roman, der im Weltraum spielt und ein Weltraumabenteuer darstellt, und ich muss sagen, es hat mir sehr gut gefallen! Vor allem die Crew der Wayfarer ist mir ans Herz gewachsen und ich liebe die Vielfalt, die man hier findet. Es hat wirklich Spaß gemacht, dieses Buchuniversum zu erkunden! Ganz klare Leseempfehlung auch oder gerade für Einsteiger in das Genre!
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