
Buchinformationen
| Titel | True Crown – Die Lady und der Lord Magier |
| Band | 1 von 3 |
| Autor | Olivia Atwater |
| Verlag | cbj |
| Übersetzung | Doris Attwood |
| ISBN | 978-3-570-16670-3 |
| Seitenzahl | 352 |
| Genre | Regency Romantasy |
| Bewertung | 3,5 von 5 Sterne |
Klappentext
Theodora Ettings, im Kindesalter von einem Elf der Hälfte ihrer Seele beraubt, kennt weder Furcht, Scham noch Schüchternheit oder was man sonst so von einer britischen Debütantin des 19. Jahrhunderts erwarten dürfte. Dass sie sich von all den anderen jungen Ladies derart abhebt, ist ihrer Familie ein Graus. Doch gerade Doras unkonventionelles Verhalten erregt die Aufmerksamkeit des Lord Magiers des Königreichs, als sie im Gefolge ihrer Familie in der Londoner Gesellschaft auftaucht. Die Freundschaft mit dem umstrittenen Lord Magier könnte Dora allerdings endgültig zum gesellschaftlichen Outcast machen. Aber zugleich ist er ihr einzige Hoffnung, je wieder geheilt zu werden. Oder kann man etwa doch mit einer halben Seele aus vollem Herzen lieben?
Meine Meinung
„True Crown – Die Lady und der Lord Magier“ von Olivia Atwater nimmt uns mit ein alternatives England des frühen 19. Jahrhunderts, in der Magier und andere magische Wesen mit den Menschen coexistieren. Die Geschichte handelt von Theodora Ettings, bekannt als Dora, eine junge Frau, die in ihrer Kindheit von einem Elf der Hälfte ihrer Seele beraubt wurde. Diese Hälfte war für Emotionen wie Furcht, Scham und Schüchternheit zuständig. Ohne diese Gefühle eckt Dora oft in der feinen Gesellschaft an, was sie zu einer unkonventionellen Protagonistin macht.
Die Suche nach einem Ehemann und die Begegnung mit dem Lord Magier Dora begleitet ihre Cousine Vanessa nach London, um dort einen Ehemann für sie zu finden. Doch das Schicksal hat andere Pläne, als Dora auf den Lord Magier trifft. Elias Wilder, durch seine Verdienste im Krieg gegen Frankreich ein Mitglied der feinen Gesellschaft, ist ein Mann, der häufig aneckt und sich wenig um die Meinungen anderer schert. Trotz ihrer Unterschiede entwickelt sich zwischen Dora und Elias eine besondere Verbindung. Dora ist die Einzige, die sich von Elias nicht einschüchtern lässt, und er ist vielleicht der Einzige, der ihr helfen kann, ihre verlorene Seelenhälfte zurückzugewinnen.
Olivia Atwater ist eine Meisterin der Worte, die es versteht, die Leser mit ihrem einzigartigen literarischen Zauber zu fesseln. Ihr Schreibstil ist eine kunstvolle Verschmelzung von historischer Genauigkeit und fantasievoller Erfindung, gewürzt mit einem Hauch von Humor, der die Seiten zum Leben erweckt. Ihre Geschichten sind nicht nur einfache Erzählungen; sie sind vielmehr lebendige Gemälde, die die Leser in eine Welt entführen, in der die Grenzen zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen verschwimmen. Mit einer Feder, die sowohl scharfsinnig als auch sanft ist, webt Atwater ein Netz aus Intrigen und Romantik, das durchsetzt ist mit einer Verspieltheit, die das Herz erwärmt und gleichzeitig zum Schmunzeln anregt. Ihr subtiler satirischer Unterton ist wie das Gewürz in einem exquisiten Gericht – nicht überwältigend, aber genug, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Sie jongliert geschickt mit den Konventionen der Regency-Epoche, indem sie sie mit einem modernen Blick betrachtet und so eine frische Perspektive auf die Vergangenheit bietet.
Die Geschichte selbst ist zuweilen auch sehr kitschig. Die kitschigen Elemente sind kunstvoll in die Handlung eingeflochten und verleihen der Geschichte eine gewisse Naivität und Unschuld, die an vergangene Zeiten erinnert. Sie sind wie die verzierten Ränder einer alten Liebesbriefsammlung, die man auf dem Dachboden entdeckt – voller Nostalgie und einer süßen Melancholie. Solche Geschichten erfordern gewiss eine Vorliebe für das Romance-Genre, die ich persönlich nicht teile.
In Atwaters Welt sind die Charaktere mehr als nur Figuren auf Papier; sie sind Freunde, Rivalen und Liebende, die mit einer Tiefe und Komplexität dargestellt werden, die den Leser dazu einlädt, sich in ihre Geschichten zu vertiefen. Ihre Dialoge sprühen vor Witz und Weisheit, und ihre Beschreibungen sind so lebendig, dass man die Seide der Ballkleider zu spüren glaubt und den Duft der Rosen in den Gärten zu riechen meint.
Eine fesselnde Mischung aus Historie und Fantasie; „True Crown – Die Lady und der Lord Magier“ ist mehr als nur eine Regency-Romanze. Es ist eine Geschichte über das Überwinden gesellschaftlicher Konventionen, den Mut, anders zu sein, und die Kraft der Liebe. Mit Elementen der Fantasy, wie Elfen und Magie, bietet das Buch eine einzigartige Wendung des Genres und verspricht eine fesselnde Lektüre für Fans von historischen Romanen und Fantasy gleichermaßen.
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