Craig Schaefer: Stadt der Dämonen [Rezension]

Cover © Heyne

Buchinformationen

TitelStadt der Dämonen
Band1 von 10
AutorCraig Schaefer
VerlagHeyne
ÜbersetzungBernhard Kempen
ISBN978-3-453-32303-2
Seitenzahl400
GenreUrban Fantasy
Bewertung3 von 5 Sterne

Klappentext

Las Vegas, Stadt der Sünde – und der Dämonen, wie Daniel Faust, Gangster und Magier, nur allzu gut weiß. Als er angeheuert wird, um Rache an den Mördern einer jungen Frau zu nehmen, gerät Daniel ins Netz einer Intrige, in deren Zentrum niemand geringeres als der Prinz der Hölle steht. Jemand, der Faust heißt, sollte eigentlich wissen, was passiert, wenn man sich mit Dämonen einlässt. Doch Caitlin, die rechte Hand des Höllenfürsten, ist klug und verführerisch – und so lässt er sich breitschlagen, einem uralten Artefakt nachzuspüren, für das jeder magisch Begabte in Las Vegas über Leichen gehen würde …

Meine Meinung

Wenn man in die Welt der Urban Fantasy eintaucht, gibt es Bücher, die einen sofort in ihren Bann ziehen – „Stadt der Dämonen“ von Craig Schaefer gehört definitiv dazu. Dieser Roman, der erste Band der Daniel-Faust-Reihe, entführt uns nach Las Vegas – doch das glitzernde Spielerparadies, wie man es kennt, ist schnell vergessen. Die Stadt der Sünde ist hier auch eine Stadt der Dämonen, und Daniel Faust, unser Protagonist, kennt die dunklen Ecken dieser Welt nur zu gut. Als Magier, Gauner und gelegentlicher Detektiv wird er in eine Intrige verwickelt, die tiefer geht, als er es sich je hätte träumen lassen. Als er den Auftrag annimmt, den Tod einer jungen Frau zu rächen, gerät er in ein Netz aus Verrat und Magie, in dessen Zentrum kein Geringerer als der Fürst der Hölle selbst steht.

Der Leser wird in eine Welt eingeladen, in der Magie fantastisch und gefährlich zugleich ist, in der jede Entscheidung und jeder Zauberspruch weitreichende Konsequenzen haben kann. Dieses Gefühl der Unsicherheit und des Risikos, das mit der Ausübung von Magie verbunden ist, verleiht dem Buch eine zusätzliche Ebene der Spannung.

Schaefers Schreibstil ist nicht nur angenehm, sondern auch fesselnd und bildhaft. Die Art und Weise, wie er das Magiesystem in „Stadt der Dämonen“ entwickelt, ist sowohl innovativ als auch tiefgründig. Es ist ein System, das auf alten Traditionen basiert, aber gleichzeitig neue Wendungen und Regeln einführt, die dem Leser ein Gefühl der Entdeckung und des Wunders vermitteln. In Schaefers Welt ist Magie nicht nur ein Werkzeug, sondern ein lebendiges, atmendes Element, das die Handlung vorantreibt und die Charaktere definiert. Die Zaubersprüche und Rituale sind sorgfältig konstruiert und wirken sich auf faszinierende Weise auf die Welt aus. Dieses magische System verlangt von den Anwendern nicht nur Kraft, sondern auch Klugheit und Voraussicht, was zu spannenden Konfrontationen und intelligenten Lösungen führt.

Die Charaktere sind so lebendig und vielschichtig, dass man hinter ihre Fassaden blicken möchte. Hier wird, passend zum Setting, viel auf moralisch graue Figuren gesetzt, kein Wunder also, dass Daniel Faust, der Protagonist, ein solcher ist. Aber da fangen für mich die Probleme an. Ich bin mit ihm einfach nicht warm geworden, denn er ist ein wirklich typischer Protagonist, inklusive seines stereotypen tragischen Hintergrunds, der ihm natürlich einen Grund geben soll, warum er so ist, wie er ist. Aber irgendwie passt das alles nicht zusammen. Hier gibt es wirklich viele Logiklücken in der Erzählung und genau dieses Problem haben auch andere Charaktere. Dazu kommt, dass ich die Dynamik zwischen Daniel und Caitlin wirklich nicht spüren konnte. Es wirkte viel zu beiläufig und aufgesetzt, was dem Ganzen die Authentizität nimmt.

Die Intensität des Buches wird besonders hervorgehoben – es ist definitiv nichts für jüngere Leser und das merkt man auch deutlich. Oftmals erscheint es mir aber auch sehr übertrieben, da sehr viel Brutalität vorhanden ist, die irgendwie nichts hergibt. Es ist ähnlich wie bei „Fourth Wing“ von Rebecca Yarros, Hauptsache es gibt Grausamkeiten. Ob sie für die Geschichte relevant sind, spielt keine Rolle.

„Stadt der Dämonen“ mag zwar als typischer Urban-Fantasy-Krimi erscheinen, doch gerade der Auftakt einer größeren Reihe birgt oft ungenutztes Potenzial. Nicht selten legen die ersten Bände einer Reihe den Grundstein für komplexere Handlungsstränge und Charakterentwicklungen, die sich in späteren Bänden voll entfalten. Die Tatsache, dass einige Aspekte des Buches dennoch neugierig machen, deutet darauf hin, dass der Autor Elemente eingeführt hat, die in der Zukunft interessante Wendungen nehmen könnten.

Für mich persönlich bot „Stadt der Dämonen“ genügend Intrigen und magische Nuancen, um neugierig auf die weiteren Abenteuer von Daniel Faust zu werden. Auch wenn es kein persönliches Highlight ist, könnte es der Auftakt zu einer Reihe sein, die mit jedem Band an Tiefe und Spannung gewinnt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und ob die anfänglichen Schwächen in den nächsten Bänden ausgemerzt werden.

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