
Buchinformationen
| Titel | Ravenhall Academy – Erwachte Magie |
| Band | 2 von 2 |
| Autor | Julia Kuhn |
| Verlag | Carlsen Verlag |
| Übersetzung | – |
| ISBN | 978-3-551-30468-1 |
| Seitenzahl | 400 |
| Genre | Cozy Fantasy, Romantasy |
| Bewertung | 2 von 5 Sterne |
Klappentext
Die Ravenhall Academy ist für die junge Hexe Lilly Campbell inzwischen zu einem Zuhause geworden. Einem Zuhause, das sie am liebsten nicht mehr verlassen würde, doch die dramatischen Ereignisse in der magischen Welt führen sie nach Irland. In der einzigartigen Halloweenstadt Rathcroghan angekommen, trifft sie auf den charmanten Ryan, der ihr die Geheimnisse dieses mysteriösen Ortes näherbringt. Aber Lilly muss bald feststellen, dass in den Tiefen der Wälder Irlands Geister und dunkle Mächte ihr Unwesen treiben. Diese stellen nicht nur ihre Hexenkräfte auf die Probe, sondern sorgen auch dafür, dass sie erneut auf Jason trifft, der ihr Herz noch immer schneller schlagen lässt.
Meine Meinung
„Ravenhall Academy – Erwachte Magie“ von Julia Kuhn ist der zweite Band der „Ravenhall Academy“-Dilogie, die im Carlsen Verlag erschienen ist. In diesem Buch begleiten wir die junge Hexe Lilly Campbell, die nach den dramatischen Ereignissen des ersten Bandes ihre frisch erwachte Magie in Irland trainieren muss. Dabei trifft sie auf neue Freunde, Feinde und Geheimnisse, die ihr Leben verändern werden. Außerdem muss sie sich ihrer wachsenden Liebe zu Jason stellen, dem attraktiven und geheimnisvollen Zauberer, der ihr Herz höher schlagen lässt. Aber kann sie ihm wirklich vertrauen? Und was hat es mit der uralten Prophezeiung auf sich, die über das Schicksal der magischen Welt entscheiden könnte?
Lillys Abenteuer als Hexe und die magische Welt, in die sie eintaucht, sind wenig spannend und tiefgründig gestaltet. Und obwohl ich der Reise nach Irland skeptisch gegenüberstand, da die Buchreihe eigentlich als Akademiegeschichte angepriesen wird, hatte ich gehofft, dass die Reise mehr Spannung und Abwechslung in die Handlung bringen würde. Leider war das nicht der Fall. Es wirkte wie ein Filler, um mehr Seiten zu füllen und besteht zum größten Teil aus einer Einführung, schließlich ist man mit Rathcroghan nicht vertraut. Nach einem roten Faden sucht man leider vergebens.
Positiv ist jedoch, dass sich die Geschichte deutlich besser lesen lässt als der erste Teil. Ja, sie ist immer noch kindlich geschrieben, was sich nicht nur im Stil, sondern auch in der Handlung ausdrückt, aber die nervigen Wortwiederholungen, die den ersten Band so holprig gemacht haben, halten sich ziemlich in Grenzen.
Die Charaktere hingegen und ihre kaum nennenswerte Entwicklung haben mir überhaupt nicht gefallen. Es wurde nur auf Stereotypen zurückgegriffen, mit wenig Raum für eigene Ideen, und als ob das nicht schon genug wäre, um die Charaktere schlecht darzustellen, haben sie alle kaum Tiefe und sind viel zu kindlich und naiv für das Alter, das sie repräsentieren.
Klischeehafter geht es nur noch in der Liebesgeschichte zu, womit wir schon beim nächsten Thema wären. Wie wir aus dem ersten Band wissen, wird die Trope der „forbidden love“, der verbotenen Liebe, verwendet. Die Liebe, die nicht sein darf, was sich schon vorher sehr lästig bemerkbar gemacht hat. Diese Liebe hat also vorerst keine Chance und was passt da besser als ein anderer Kerl, der natürlich sofort auf Lilly abfährt? Und die hat natürlich nicht die Eier, ihm von Anfang an klar zu machen, dass sie kein Interesse hat. Stattdessen wird die Dreiecksbeziehung schön ausgeschlachtet, was einfach nur grauenhaft ist. Lilly ist vor allem keine Protagonistin, bei der man verstehen könnte, dass sich zwei junge Männer um sie streiten. Im Gegenteil, bei einer Frau, die so wenig Charakter hat wie sie, ist es sehr verwunderlich, dass da überhaupt was läuft, aber so ist das eben in der Romantasy. Sinn macht das nicht immer und schon gar nicht, wenn es um Fanservice geht.
„Ravenhall Academy“ ist ein Mädchentraum, der besser einer geblieben wäre. Zumindest so lange, bis die Ideen besser gereift wären. So aber ist die Reihe nur für besonders anspruchslose Leser geeignet, die sich an Klischees erfreuen können. Das Spin-Off wird von mir keine Chance mehr bekommen.
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