Markus Heitz: Die schwarze Königin [Rezension]

Cover © Knaur, Anke Koopmann

Buchinformationen

TitelDie schwarze Königin
BandEinzelband
AutorMarkus Heitz
VerlagKnaur
Übersetzung
ISBN978-3-426-22781-7
Seitenzahl544
GenreDark Fantasy, Historical Fantasy
Bewertung3 von 5 Sterne

Klappentext

Der Busausflug nach Prag und ins Banat läuft anders, als der junge Len es sich je hätte ausmalen können.
Auch wenn seine Großmutter immer behauptet hatte, er sei ein Drăculești und der letzte Nachfahre von Vlad II, hat er es selbst nie geglaubt. Bis er in Prag von Vampiren gejagt wird – denn Vlad und seine Familie galten als erbitterte Feinde der Blutsauger. Nun fürchten sie, dass Len ein Vorbote ist: für die Rückkehr der Schwarzen Königin! Sie wollen über ihn an die alten magisch-alchemistischen Aufzeichnungen der geheimnisvollen Herrscherin.
Dumm nur, dass Len nicht den blassesten Schimmer hat. Sowohl von der Vergangenheit als auch dem Kommenden.

Meine Meinung

„Die schwarze Königin“ ist der neueste Roman des bekannten deutschen Fantasy-Autors Markus Heitz. In diesem Buch verwebt er die Gegenwart mit der Vergangenheit und erzählt die Geschichte von Len, einem jungen Mann, der erfährt, dass er der letzte Nachkomme des legendären Vampirjägers Vlad Dracul ist. Len wird in Prag von einer Gruppe von Vampiren angegriffen, die ihn für einen Vorboten der Rückkehr der Schwarzen Königin halten, einer mächtigen und geheimnisvollen Herrscherin, die im Mittelalter mit Vlad und seiner Verbündeten Barbara von Cilli gegen die Vampire gekämpft hat. Er ist gezwungen, sich der Vergangenheit zu stellen und das Rätsel der schwarzen Königin zu lösen, bevor es zu spät ist.

Markus Heitz hat einen ganz eigenen Stil. Er verzichtet auf eine ausschmückende Sprache, wie sie in der gängigen Fantasy oft üblich ist, und schreibt stattdessen nüchtern. Gleichzeitig verliert sich Heitz aber auch in zu vielen Details, die dann die Handlung verlangsamen und manchmal auch verwirren können, weil man als Leser nicht unbedingt weiß, wo man die Information jetzt einordnen soll.

Die Handlung ist komplex und beginnt wirklich mittendrin. Sie beginnt direkt in Prag, obwohl ich aufgrund des Klappentextes wirklich gedacht hätte, dass der Protagonist erst dort ankommt. Außerdem gibt es zwei Handlungsstränge – einer spielt im 15. Jahrhundert, der andere in der Gegenwart – die sich kapitelweise abwechseln. Das ist an sich gut und hält die Geschichte interessant, aber die Kapitel sind so lang, dass ich jedes Mal aus der Handlung des anderen Handlungsstrangs herausgefallen bin und mich immer wieder neu in die Geschichte einfinden musste. Das hat den Lesefluss extrem gestört, da ich sowieso schon Schwierigkeiten hatte, in das Buch hineinzukommen.

Die Welt, in die uns Markus Heitz entführt, ist sehr interessant. Vor allem das ganze Übernatürliche und Alchemistische hat mir sehr gut gefallen. Aus diesem Grund hätte ich mir auch gewünscht, dass man in dieser Hinsicht noch mehr erfahren hätte.
Außerdem ist dem Buch ein Glossar beigefügt, in dem alle möglichen Informationen zu den Hauptpersonen, den Übernatürlichen – es gibt ja nicht nur die Vampire, wie wir sie kennen – und Begrifflichkeiten zu finden sind. Leider ist man ganz auf dieses angewiesen, da in der Geschichte absolut nichts erklärt wird. Das hat auch nicht gerade dazu beigetragen, den Leseflow zu verbessern.

Die beiden Hauptfiguren sind Len und Barbara, aber es gibt auch Passagen, die aus der Sicht anderer Figuren geschrieben sind, zum Beispiel aus der Sicht von Vlad.
Der Protagonist in der Gegenwart ist Len. Er ist ein junger Mann, der erfährt, dass er ein Drăculești ist und damit ein direkter Nachfahre von Vlad I. Dadurch wird er in eine gefährliche Welt hineingezogen, in der er sich gegen die Vampire behaupten muss. Vor allem am Anfang ist er sehr planlos und nimmt einfach alles, wie es kommt. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich gestört. Ihm wird eine völlig neue und tödliche Welt offenbart und er zuckt mit den Schultern und fügt sich einfach ein. Da ist kein innerer Kampf, dass er das eigentlich gar nicht will. Und es wird nicht hinterfragt, was man ihm so erzählt.

Barbara von Cilli ist die Hauptfigur der Geschichte, die als schwarze Königin bekannt ist und auf einem realen Vorbild basiert. Allerdings hat sie mit der echten Barbara von Cilli nicht viel gemeinsam. Sie ist eine intelligente Frau, die sich für Alchemie und den Kampf gegen Vampire interessiert und für ihre Forschungen über Leichen geht. Sie vertieft sich zu sehr in ihre Experimente und verliert dabei immer mehr ihre Menschlichkeit. Ich mochte sie etwas mehr als Len, konnte aber nicht immer verstehen, warum sie so handelt, wie sie handelt. Das ist etwas, was ich bei einigen der Charaktere vermisst habe.

„Die schwarze Königin“ ist ein Roman, von dem ich mir wirklich mehr erhofft hatte. Von der Idee her hätte es eigentlich ganz meins sein müssen, aber leider war es das aufgrund einiger Aspekte nicht. Wer aber mit dem außergewöhnlichen Stil von Markus Heitz gut zurechtkommt und eine Mischung aus Dark Fantasy und historischer Fantasy mit Vampiren mag, der wird mit dem Buch deutlich weniger Probleme haben als es für mich der Fall war.

[unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar]

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