
Buchinformationen
| Titel | Zwischen zwei Sternen |
| Band | 2 von 4 |
| Autor | Becky Chambers |
| Verlag | Fischer TOR |
| Übersetzung | Karin Will |
| ISBN | 978-3-596-03569-4 |
| Seitenzahl | 464 |
| Genre | Science-Fiction |
| Bewertung | 4 von 5 Sterne |
Klappentext
Früher hatte Lovelace ihre Augen und Ohren überall. Als KI-System der Wayfarer bekam sie alles mit, was auf ihrem Raumschiff passierte, und sie sorgte für das Wohlbefinden der Crew, für die Lovelace immer mehr eine Freundin war als nur ein System. Dann kam der totale Systemausfall. Ihre Crew sah nur eine Möglichkeit, Lovelace zu retten: ein Reboot all ihrer Systeme. Als sie aufwacht, ist sie in einem Bodykit gefangen, eingeschränkt auf modifizierte menschliche Körperfunktionen – in einer Gesellschaft, in der eine solche Umwandlung verboten ist. Doch Lovelace ist nicht allein: Pepper, eine chaotische Technikerin, die ihr Leben riskiert hat, um die Künstliche Intelligenz zu retten, hilft Lovelace, ihren Platz in der Welt zu finden. Denn Pepper weiß selbst nur zu genau, wie es ist, ganz auf sich allein gestellt zu sein und das Universum neu kennenzulernen …
Meine Meinung
„Zwischen zwei Sternen“ ist der zweite Roman aus dem Wayfarer-Universum von Becky Chambers, setzt aber die Handlung des ersten Bandes nicht fort. Im Mittelpunkt steht die KI Lovelace, die in einem künstlichen menschlichen Körper steckt und lernen muss, ihren Platz in der Welt zu finden.
Wie bereits aus dem ersten Teil bekannt, ist der Schreibstil von Becky Chambers figurenorientiert. Für diesen Roman bedeutet das konkret, dass er sich vor allem an den beiden Hauptfiguren Lovelace bzw. Sidra und Jane orientiert. Was mir an ihrem Stil besonders gefällt, ist, dass er sehr angenehm und ungemein positiv ist. Während es in vielen anderen Science-Fiction-Büchern eher um epische Reisen durchs Weltall geht, geht es hier vor allem um tiefere Themen wie Selbstfindung und Identität, die auch im Mittelpunkt des Buches stehen.
Die Thematik und die Darstellung in diesem Buch unterscheiden sich grundlegend vom ersten Band. Die Konflikte im Roman erinnern eher an die heutige Zeit, in der Minderheiten immer noch unterdrückt werden. Sei es aufgrund der Identität, der Sexualität oder der Herkunft. Interessant ist auch das Thema künstliche Intelligenz, das in der heutigen Zeit immer präsenter wird und bei dem sich auch die Geister scheiden, ob und inwieweit KI sinnvoll ist und wo die Grenzen liegen sollten.
Es gibt zwei Handlungsstränge. Der erste spielt in der Gegenwart und erzählt die Geschichte von Sidra, der zweite spielt in der Vergangenheit und handelt von Jane 23, einem Mädchen, das künstlich erschaffen wurde, um in einer Werkstatt auf einem Schrottplaneten zu arbeiten. Die beiden Erzählstränge wechseln sich kapitelweise ab, was mich ehrlich gesagt ziemlich gestört hat. Es wirft einen ziemlich aus dem jeweiligen Handlungsstrang heraus und endet leider auch hin und wieder mit Cliffhangern, bei denen man sich dann gedulden muss, bis die Perspektive wieder an der Reihe ist. Ich fand außerdem Janes Geschichte weniger interessant als Sidras Selbstfindungsprozess.
Gerade Sidra hat mir von den beiden Hauptfiguren sehr gut gefallen. Sie hat immer noch damit zu kämpfen, dass sie auf einen Körper beschränkt ist und nicht wie früher als KI im Raumschiff mit Kameras überall dabei sein kann oder schnell in eine Datenbank schauen kann, um alle Informationen zu bekommen, die ihr im Umgang mit anderen fehlen. Außerdem muss sie sehr aufpassen, dass niemand herausfindet, dass sie eine KI in einem künstlichen Körper ist, da es illegal ist, als künstliche Intelligenz einen Körper zu besitzen.
Jane 23 dagegen hat mir überhaupt nicht gefallen. Sie ist mir erst zu emotionslos und dann viel zu aggressiv. Ihre Geschichte ist zwar nicht ganz ohne, aber ich hätte mir hier eine Figur gewünscht, mit der man sich besser identifizieren oder zumindest besser verstehen kann.
Insgesamt sind die beiden Charaktere aber wie im ersten Teil gut ausgearbeitet und interessant genug, um sich gut durch das Buch zu lesen.
Ich muss zugeben, dass ich anfangs sehr enttäuscht war, dass es mit der Wayfarer-Crew, die mir sehr ans Herz gewachsen ist, nicht weitergeht und dass sie in diesem Buch leider überhaupt nicht vorkommt. Dennoch hat mir auch dieser Roman gut gefallen, wenn auch weniger als der erste Teil und nicht zuletzt, weil er sich durch die andere Erzählweise ganz anders liest. Ja, es gibt ein paar Längen, in denen eher weniger passiert, aber das Buch ist für mich immer noch super mit seiner faszinierenden Welt und den tiefgründigen Themen. Eindeutig zu empfehlen!
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