Aiden Thomas: Yadriel & Julian – Cemetery Boys [Rezension]

Cover © Dragonfly

Buchinformationen

TitelYadriel & Julian – Cemetery Boys
BandEinzelband
AutorAiden Thomas
VerlagDragonfly Verlag
ÜbersetzungStefanie Frida Lemke
ISBN978-3-748-80181-8
Seitenzahl400
GenreContemporary Fantasy
Bewertung5 von 5 Sterne

Klappentext

Ein paar Tage vor dem Tag der Toten will Yadriel endlich beweisen, dass er ein brujo ist. Alle in seiner Familie können heilen oder Geister beschwören, aber weil Yadriel trans ist, verwehren sie ihm das Ritual, bei dem ihm Santa Muerte seine Kräfte verleiht. Mit der Hilfe seiner Cousine und besten Freundin Maritza schafft er es allein. Doch bei seiner ersten Beschwörung geht etwas schief und der falsche Geist steht vor ihm: Julian, der Bad Boy seiner Highschool, ist weit davon entfernt, bereitwillig ins Reich der Toten überzutreten. Mit Yadriels Hilfe will er herausfinden, wie er gestorben ist. Und je mehr Zeit sie gemeinsam verbringen, desto weniger will auch Yadriel, dass Julian geht.

Meine Meinung

„Yadriel & Julian – Cemetery Boys“ ist ein fantastischer Jugendroman von Aiden Thomas. Darin geht es um den lateinamerikanischen Trans*-Jungen Yadriel, der seiner Familie beweisen will, dass er das Zeug zum Brujo hat.

Yadriel ist trans* – zwar wird er von seiner Familie einigermaßen akzeptiert, aber die traditionelle Aufnahme in den Brujo wird ihm verwehrt. Mit seiner Cousine führt er das Ritual heimlich durch, doch die Beschwörung misslingt und der falsche Geist erscheint.

Der Stil des Buches ist sehr flüssig und die Sprache ist einfach. Wer wie ich jedoch nicht des Spanischen mächtig ist, stolpert vielleicht über den einen oder anderen Begriff, den er nicht auf Anhieb versteht. An dieser Stelle hätte ich mir ein Glossar gewünscht. Das Gleiche gilt auch für die ganzen Begriffe, die mit dem Thema Transgender in Verbindung gebracht werden. Für mich kein Problem, aber jemandem, der davon keine Ahnung hat, dürften Begriffe wie „Binder“ wenig sagen.

Transidentität ist auch das zentrale Thema der Geschichte. So geht es zwar mehr um Transfeindlichkeit und all die Probleme, die das Trans*sein mit sich bringt, aber auch darum, sich mit seiner wahren Identität auseinanderzusetzen und mit sich im Reinen zu sein. Die Art und Weise der Umsetzung hat mir sehr gut gefallen. Der Autor ist selbst trans*. Er weiß, wovon er spricht und das merkt man!

Das Buch wird aus Yadriels Perspektive in der dritten Person erzählt. Aus seiner Sicht erlebt man hautnah, wie schmerzhaft es ist, wenn die eigene Familie nicht zu 100 Prozent hinter der eigenen Identität steht. Es gibt einige Stellen, die so emotional sind, dass man sie als Leser wirklich spürt. Zum Beispiel, als Yadriels Großmutter, die das mit dem richtigen Gendern nicht so gut kann, zu ihm sagt, dass er immer ihr kleines Mädchen sein wird. Dass diese Aussage einer Ohrfeige gleichkommt, spürt man als Leser richtig.

Yadriel ist der Protagonist der Geschichte. Sein Coming-out scheint noch nicht lange zurückzuliegen, er ist in vielen Situationen noch unsicher, was durch negative Rückmeldungen, z.B. Misgendern, noch verstärkt wird. Aber im Laufe der Handlung wächst er wirklich über sich hinaus und wird selbstbewusster. Das fand ich sehr schön!

Julian hat unglaublich viel Energie und kann nicht eine Sekunde lang still sitzen. Nichts ist ihm wichtiger als seine Freunde, und wenn man in seinen Kreis kommt, kann man sicher sein, dass er alles für einen tut. Manchmal neigt er zwar zu Wutausbrüchen, die dann auch mal böse enden können, aber in erster Linie ist er einfach ein unglaublich liebenswertes Powerbündel. Er ist einfach unheimlich glaubwürdig und ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Yadriel ihn so schnell ins Herz geschlossen hat.

Aber auch Yadriels Cousine Maritza ist ein gut gestalteter Charakter. Sie ist Veganerin und lehnt es daher strikt ab, zu heilen, da dafür Tierblut benötigt wird. Sie ist sehr rücksichtsvoll und man merkt sofort, wie wichtig ihr Yadriel ist und umgekehrt. Die beiden sind unzertrennlich.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Die Umsetzung des Themas Transgender in einem Fantasy-Setting ist perfekt. Man fühlt mit den Figuren, fiebert mit und genießt auch die schönen Momente, die der Roman zu bieten hat.

„Yadriel & Julian – Cemetery Boys“ ist für alle geeignet, die gerne Fantasy lesen, aber auch LGBTQ+ Themen in einem solchen Setting sehen wollen. Ich kann dieses Buch wirklich nur allen empfehlen!

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website oder ein Blog auf WordPress.com

Nach oben ↑